Wieder am Saimaa-See: Ein August voller Pfifferlinge, Sauna und skandinavischer Gelassenheit
Den gesamten August über zog es uns wieder an unseren liebsten Zufluchtsort: in unsere kleine Hütte direkt am Ufer des Saimaa-Sees nahe Sulkava. Es ist genau dieser Ort, an dem der Alltag augenblicklich Pause macht. Wenn morgens der Nebel über dem kühlen Wasser steht, man die Angel auswirft, Beeren am Waldrand pflückt oder abends die Sauna anheizt, um sich danach direkt im See abzukühlen – dann ist die Welt im Gleichgewicht. Selbst kleine Ausflüge rüber nach Savonlinna zum Einkaufen oder für einen Spaziergang rund um die eindrucksvolle Mittelalterburg Olavinlinna fühlten sich dieses Jahr wie pure Entschleunigung an.
Natur wäre aber nicht Natur, wenn jedes Jahr gleich liefe. Wie schon im letzten Sommer hinterließ die Trockenheit auch diesen August ihre Spuren in den Wäldern rund um Sulkava. Für die Steinpilze war es schlichtweg zu trocken. Wo sonst prachtvolle Exemplare im moosigen Boden stehen, schauten dieses Jahr nur vereinzelt ein paar mutige Hüte heraus. Aber enttäuscht wurden wir ganz sicher nicht – denn 2026 war das Jahr der Pfifferlinge!
An den feuchteren Hängen unter Birken und Kiefern leuchtete es stellenweise tiefgelb. Wir kamen aus dem Staunen und Sammeln kaum heraus. In der Hüttenküche wurde daher ausgiebig experimentiert: Es gab saftige Pfifferling-Burger, frische Pfifferling-Pasta und im Grunde jede denkbare Variation, die Pfifferlinge hergeben. Als schmackhafte Abwechslung liefen uns an den lichteren Waldrändern auch noch ein paar wunderbare Parasole über den Weg. Die großen Hüte haben wir direkt klassisch paniert und als saftige Parasol-Schnitzel in der Pfanne ausgebacken – immer wieder ein absolutes Highlight.
Da es zu Hause in Deutschland diesen Sommer ebenfalls extrem trocken war, reifte schnell ein Plan: Wir nehmen den finnischen Waldschatz einfach mit nach Hause. Wer Pfifferlinge schon einmal getrocknet hat, weiß allerdings, dass sie schnell zäh oder bitter werden können. Der Schlüssel liegt in der richtigen Temperatur: Bei 50 bis 55 Grad im Dörrautomaten behalten sie ihr wunderbares Aroma und lassen sich später perfekt wieder aufweichen und verarbeiten. Am Ende hatten wir unglaubliche 5 Kilo getrocknete und verarbeitete Pfifferlinge im Gepäck.
Zusätzlich haben wir vor Ort fleißig eingekocht und etliche Gläser und Flaschen mit unserem Pfifferling-Birnen-Chutney gefüllt (das genaue Rezept findet ihr natürlich hier auf der Seite!) – eine fantastische Kombination aus fruchtiger Süße und erdigem Pilzaroma.
Trotz der Trockenheit war es wieder ein rundum erfüllter August am Saimaa-See. Wir haben die Stille genossen, den Vorratsspeicher für den Winter gefüllt und nehmen ein Stück finnische Gelassenheit mit nach Hause.





























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