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Ganzjährig draußen

Natur und Fitness

Wandern, Berge, Pilze und Pflanzen: Der Wald lohnt sich zu jeder Jahreszeit, und die Aktivitäten passen gut zusammen.

Aktivitäten

Gut kombinieren

Die meisten Touren lassen sich mit mehr als einer Aktivität verbinden. Ein paar Beispiele:

Wanderung mit Pilzsuche Route aufzeichnen, jeden Fund als Fundstelle mit Notiz markieren und den Rückweg behalten. Im Pilzkalender siehst du, was gerade Saison hat.
Wanderung mit Pflanzen Im Frühling unterwegs? Wildkräuter haben ab März Saison. Der Pflanzenkalender zeigt, was jeden Monat dran ist, und die Verwechslungs-Hinweise schützen dich.
Bergtour mit Zahlen Nach der Tour Geländehöhen laden für einen genaueren Höhenmeter, dann die Kalorien mit Tempo und Gewicht vergleichen.

Pilze und Pflanzen sind immer nur ein Hinweis. Sammle nur, was du sicher bestimmst, halte dich an die örtlichen Regeln und sammle nie in Schutzgebieten.

Mit Kindern draußen

Kinder lernen den Wald durch Ausprobieren. Kurze Runden, ein paar einfache Spiele und klare Regeln für Essbares und Pflanzen machen den Ausflug schön und sicher.

Schatzsuche ohne Pflücken Jedes Kind bekommt eine Liste: etwas Rundes, etwas Raues, eine Feder, ein Blatt mit Löchern. Fotografieren statt mitnehmen.
Ein Naturtagebuch Malen, Schritte zählen oder pro Station einen Satz schreiben. Kinder erinnern sich an Ausflüge viel besser, wenn sie etwas daraus gemacht haben.
Schatzkarte mit der App Die Runde aufzeichnen, jede Station als Fundstelle mit einer lustigen Notiz markieren und den Kindern danach den Rückweg auf der Karte zeigen.

Regeln für Kinder im Wald

Nichts kommt in den Mund

Kinder essen nichts, was sie im Wald finden, auch keine Beeren, Samen, Pilze oder Blätter, selbst wenn es bekannt aussieht. Tollkirsche, Maiglöckchen und Eibe sind giftig, und viele Verwechslungen sind selbst für Erwachsene schwer zu unterscheiden.

Schauen statt anfassen

Manche Pflanzen reizen die Haut, und manche Pilze sind schon beim Anfassen unerwünscht. Kinder fragen zuerst und waschen sich vor dem Essen die Hände.

Zecken absuchen

Nach dem Ausflug Kinder auf Zecken absuchen, besonders hinter den Ohren, in den Achseln und am Haaransatz. Auf Wegen bleiben, in hohem Gras lange Kleidung tragen.

Hat ein Kind etwas aus dem Wald gegessen oder zeigt Beschwerden: sofort die Giftinformationszentrale oder den Notruf 112 anrufen. Eine Probe oder ein Foto der Pflanze mitnehmen, nicht auf Symptome warten.

Warum Bewegung im Wald gut tut

Drei einfache Effekte kommen zusammen: die Luft, die Bewegung selbst und ein paar Minuten ohne Bildschirm und Lärm.

Luft

Waldluft enthält meist weniger Straßenstaub und Abgaspartikel als eine Straße, und die Bäume puffern Temperatur und Luftfeuchte. Bäume setzen außerdem geringe Mengen flüchtiger Verbindungen (Terpene) frei. Einige Studien maßen danach Veränderungen, allerdings mit kleinen Stichproben, und der Anteil der Luft selbst lässt sich kaum von Gehen und Ruhe trennen. Das ist ein plausibler, kein belegter Teil der Wirkung.

Körper

Unebener Waldboden fordert Gleichgewicht und mehr Muskeln als ein glatter Weg. Gehen ist eine mittlere Ausdaueranstrengung; die WHO empfiehlt Erwachsenen 150 bis 300 Minuten davon pro Woche, mit echtem Nutzen für Herz, Kreislauf und Gewicht schon bei kurzen, regelmäßigen Einheiten.

Geist

Eine japanische Feldstudie mit 280 Teilnehmenden in 24 Wäldern maß nach einem Waldspaziergang niedrigere Cortisolwerte im Speichel (ein Stresshormon) und einen ruhigeren Puls als nach einem Spaziergang in der Stadt. Der Effekt war moderat und über Minuten gemessen, keine Heilung. Er passt zur einfachen Idee, dass ein ruhiger Ort ohne Benachrichtigungen die Aufmerksamkeit weniger beansprucht als eine belebte Straße.

Quellen: World Health Organization, 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Park et al., „The physiological effects of Shinrin-yoku“, Environmental Health and Preventive Medicine, 2010.