Prognose 32 %, Ausbeute: Steinpilze satt – die feuchten Mulden haben es gebracht
Manchmal lohnt es sich, der großen Zahl nicht blind zu glauben – und dem Kleingedruckten umso mehr.
Die Pilzprognose für mein Revier südlich von Rosenheim stand heute bei gerade mal 32 %. Eigentlich kein Tag, an dem man mit großen Erwartungen loszieht. Aber im Waldschatzfinder stand der Hinweis, bei solchen Bedingungen gezielt feuchte Mulden und Kuhlen aufzusuchen, in denen sich das Wasser sammelt. Also bin ich bewusst ein Stück abseits meiner üblichen Tour gelaufen – und kam mit einer Ausbeute an Steinpilzen nach Hause, mit der ich wirklich nicht gerechnet hatte.
Warum gerade die Mulden?
Die Prognose ist ein Durchschnitt für die ganze Umgebung. Im Wald selbst gibt es aber ein eigenes Kleinklima: In Senken und Kuhlen sammelt sich nach Regen das Wasser, der Boden trocknet dort langsamer aus und es bleibt kühler und feuchter. Genau dort bildet das Pilzgeflecht zuerst Fruchtkörper, während die Hänge drumherum schon wieder zu trocken sind.
32 % heißt also nicht „nichts“, sondern eher „nicht überall“. Wer weiß, wo er suchen muss, findet auch an mittelmäßigen Tagen.
Am Berg: Hände frei statt Korb


Am steilen Berghang bin ich nie mit Korb unterwegs – den kann man dort schlicht nicht tragen. Ich brauche beide Hände, um mich festzuhalten, und für die schwierigen Passagen habe ich Wanderstöcke dabei.
Mein Trick: 3–4 Jutebeutel mit Karabinern außen am Rucksack. Die Hände bleiben frei, das Gewicht sitzt am Rücken, und Jute ist luftig – in Plastiktüten fangen Pilze an zu schwitzen und verderben schnell. Die empfindlichen Exemplare kommen in einen eigenen Beutel, damit sie nicht zerdrückt werden.

Meine Tipps für solche Tage
- Die Prognose als Wegweiser nehmen, nicht als Urteil. Bei mittleren Werten gezielt Mulden, Bachläufe und schattige Nordhänge absuchen.
- Abseits der Wege auf Schutzgebiete, Wildruhezonen und Privatgrund achten.
- Steinpilze sind in Deutschland besonders geschützt: Erlaubt ist das Sammeln in geringen Mengen für den eigenen Bedarf.
- Nichts Altes mitnehmen: Weiche, madige oder überständige Exemplare bleiben stehen – auch überständige Pilze können eine „unechte“ Pilzvergiftung auslösen.
Und wie immer gilt: Nimm nichts mit, was du nicht sicher kennst. Erst sicher bestimmen – im Zweifel Pilzsachverständige fragen –, dann kochen und essen.
Jetzt wird geputzt, und ein Teil wandert in dünnen Scheiben in den Dörrautomaten. Den Winter über gibt es dann Steinpilz-Risotto. 🍄












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