Rote Tupfer im kalten Bergwald: Fliegenpilze, Feuersalamander und das Ende der Saison
Man merkt es jetzt bei jedem Schritt: Der Winter steht vor der Tür, und die Pilzsaison liegt in den letzten Zügen. Letzte Woche war ich wieder am Berg unterwegs, hoch bis auf etwa 1.000 Meter – und es war überall schon richtig kalt. Morgens klamme Finger, feuchte Luft zwischen den Fichten, und der Wald wirkt mit jedem Tag ein bisschen stiller und grauer.

Umso mehr hat mich gefreut, was dann doch noch zu sehen war.
Rote Tupfer im grauen Bergwald
Die Fliegenpilze sind gerade richtig in Fahrt. Sie werden mehr und mehr – und schöner. Manche Flecken im Wald sind regelrecht rot gesprenkelt: große, leuchtende Hüte mit weißen Tupfen, daneben junge, noch fast kugelige Exemplare, die gerade aus dem Moos drücken. Zwischen braunem Laub, dunklen Fichtennadeln und dem trüben Herbstlicht ist das eine richtig schöne Abwechslung. Für mich sind das in diesen Wochen die Farbkleckse des Bergwalds.

An einer Stelle stand eine ganze Fliegenpilz-Familie beisammen, große und kleine Hüte dicht an dicht im Moos. Das sah so einladend aus, dass ich mich einfach dazugesetzt und eine kleine Rast gemacht habe. Eine Pause mit Blick auf rote Hüte – viel schöner kann eine Rast im Herbstwald kaum sein.

Wie immer gilt: Fliegenpilze bleiben stehen. Sie sind giftig, und sie sind viel zu schön, um sie umzutreten. Fotografieren dürft ihr sie natürlich, so viel ihr wollt – genau das habe ich auch gemacht.
Ein Riese im Bergwald
Und dann kam noch ein echtes Highlight: ein wunderschöner Riesen-Krempentrichterling (Aspropaxillus giganteus). Der Name passt – das ist ein richtig mächtiger Pilz, mit einem großen, hellen, cremeweißen Hut, der sich trichterförmig nach oben öffnet. So ein Exemplar sieht man nicht alle Tage – ein superschöner Anblick.
Die Feuersalamander machen sich bereit
Auch die Feuersalamander spüren, dass es kälter wird. Ein paar waren noch unterwegs, langsam und gemächlich wie immer, schwarz-gelb auf dem nassen Waldboden. Lange wird das aber nicht mehr so gehen: Wenn die Nächte frostig werden, ziehen sie sich in frostfreie Verstecke zurück – unter Wurzeln, in Erdlöcher oder Felsspalten – und verschlafen dort den Winter. Wer jetzt noch einen sieht, hat Glück.

Wie immer haben wir sie nur angeschaut und nicht angefasst. Feuersalamander sind geschützt, und ihre empfindliche Haut verträgt unsere Hände nicht.
Das Ende der Saison – aber nicht das Ende der Pilze
Für Steinpilz und Co. wird es am Berg jetzt eng, gerade in den höheren Lagen. Ganz vorbei ist es mit den Pilzen aber nicht: Wenn die meisten sich verabschieden, fängt für einige Arten die beste Zeit erst an – Austern-Seitling, Judasohr oder der Samtfußrübling wachsen auch bei Frost und Schnee an Totholz weiter.
Genau dafür haben wir den Waldschatzfinder jetzt winterfest gemacht: Auf der neuen Seite Winterpilze findet ihr alle Arten, die im Spätherbst und Winter wachsen – mit Fotos, Fundorten, Doppelgängern und der Chance heute bei euch. Und auch die Analysen gehen mit in den Winter: In der Pro-Prognose und im Analyse-Formular auf der Startseite gibt es jetzt die Kategorie „Winterpilze“, und nach jeder Analyse seht ihr, welche Winterarten an eurem Ort gerade die besten Chancen haben. Mit dem Samtfußrübling und dem Märzschneckling sind außerdem zwei neue Arten dazugekommen. Alles Weitere steht im Changelog.
Ich jedenfalls werde noch ein paar Runden drehen, solange es geht – und mich über jeden roten Hut freuen, der aus dem grauen Wald leuchtet.

Wie immer: Nur sammeln, was ihr sicher kennt – und lasst die Salamander in Ruhe. 🍄🦎








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