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Bergsteigen

Bergtouren sicher planen und gehen

Höhe hat eigene Regeln: Das Wetter wechselt schneller, der Abstieg ist so anstrengend wie der Aufstieg, und die Umkehrzeit zählt mehr als der Gipfel.

Die Tour planen

Das Höhenprofil lesenDie Höhenmeter zählen mehr als die Kilometer. Als grobe Richtung schaffen viele etwa 300 bis 400 Höhenmeter pro Stunde; plane nach deinem eigenen Tempo.
Eine Umkehrzeit festlegenVorher festlegen, wann spätestens umgekehrt wird, egal wie nah der Gipfel scheint. Viele Unfälle passieren beim Abstieg, wenn die Kraft fehlt.
Mit Reserve planenZeit für Pausen, Wetter und Abstieg einplanen. Sonnenuntergang prüfen und vor der Dämmerung unten sein.
Einen Plan hinterlassenEine Person zu Hause kennt Route, Start, Rückkehrzeit und die Nummer, die sie anrufen kann, wenn du nicht zurück bist.

Was in den Rucksack gehört

  • Schichten: Unterlage, Isolation und eine wind- und wasserdichte Jacke
  • Handschuhe und warme Mütze, auch im Sommer in der Höhe
  • Stirnlampe mit Ersatzbatterien
  • Wasser, zusätzliches Essen und eine eiserne Reserve
  • Karte, Kompass und geladenes Handy mit Powerbank
  • Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke, Pfeife
  • Sonnenschutz: Kappe, Sonnenbrille, Sonnencreme
  • Stabile Schuhe mit gutem Profil, vorher auf dem Weg getestet

Wetter und typische Gefahren

Gewitter

Bei aufziehenden Gewittern Grate und Gipfel früh verlassen. Ist der Blitz nah, vom Grat weg, Abstand zu Einzelbäumen und Metall halten und tief hocken. Die 30-30-Regel: Liegen zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden, runter; 30 Minuten nach dem letzten Donner warten.

Kälte und Wind

Die Temperatur sinkt grob um 0,6 °C pro 100 Höhenmeter, und Wind macht es gefühlt kälter. Nasse Kleidung kühlt schnell aus; Schichten wechseln, bevor du frierst.

Höhe

Höhenkrankheit kann ab etwa 2.500 Metern auftreten, auch bei fitten Menschen. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und schlechter Schlaf sind Warnzeichen: nicht weiter steigen, bis sie abklingen. Verschlechtern sie sich, heißt es absteigen.

Steinschlag und Rutschgefahr

Nicht direkt unter anderen gehen, und „Stein!“ rufen, wenn du etwas lockerst. Nasser Fels und loses Geröll sind deutlich schwieriger, als sie aussehen.

Schnee und Gletscher

Gletscher und steiler Schnee brauchen Ausbildung und Ausrüstung: Steigeisen, Pickel und Seil sowie Wissen zur Spaltenbergung. Fehlt das, umkehren und eine schneefreie Route wählen.

Verhalten am Berg

  1. Markierte Wege gehenAbkürzungen verursachen Erosion und sind am Steilhang gefährlich.
  2. Im Tempo des Langsamsten gehenAn jedem Sattel und jeder Abzweigung neu sammeln und die Gruppe zählen.
  3. Geschützte Alpenpflanzen bleibenEdelweiß und viele andere Alpenpflanzen sind streng geschützt. Nur anschauen und fotografieren.
  4. Allen Müll mitnehmenHütten und Gipfel sind keine Mülleimer. Orangenschalen und Taschentücher gehen mit ins Tal.
  5. Platz geben und leise seinAuf schmalen Wegen Absteigenden den Vortritt lassen, Hütten und Wildtieren Raum geben.

Im Notfall

Den Notruf 112 (in Europa) oder die Bergrettung des Landes anrufen. Sagen: genauer Ort (GPS-Koordinaten helfen), was passiert ist, Anzahl der Personen, Verletzungen und das Wetter. Bei der verletzten Person bleiben, warm halten und gut sichtbar sein.

Hinweis: Notrufnummern und Bergrettungen unterscheiden sich je nach Land. Vor der Tour prüfen und im Handy speichern.

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