Der goldene Schatz vom Saimaa-See
Unsere zwei Wochen in Finnland am Saimaa-See sind für uns immer etwas Besonderes. Wir waren in unserer kleinen Familienhütte südlich von Savonlinna – ein Ort, an dem wir Ruhe finden und die Zeit genießen können. Dieses Mal war es aber eine echte Herausforderung: Wochenlange Trockenheit und Temperaturen um die 30 Grad machten uns Sorgen. Finnland hatte einen sehr heissen Sommer. Natürlich fand das jeder toll, keiner will einen verregneten Juli oder August. Aber normal sind diese Temperaturen keineswegs. Zudem auch der ausbleibende Regen.
Anfangs schien unsere Befürchtung wahr zu werden. Die Wälder waren so staubtrocken, dass jeder Schritt knirschte, und unsere Suche blieb erfolglos. Wir waren schon drauf und dran, aufzugeben, als wir in den feuchten Moosbetten unter den Birken plötzlich etwas Goldenes leuchten sahen: Pfifferlinge, und zwar massenhaft! Wir füllten Korb um Korb und genossen sie in jeder denkbaren Form – gebraten mit Zwiebeln, in cremiger Sauce, einfach köstlich. Die Steinpilze hingegen waren eine Seltenheit. Wo sie sonst in großen Gruppen wachsen, mussten wir uns mühsam durchs Unterholz kämpfen, um überhaupt einen zu entdecken. Die Natur hat eben ihren eigenen Kopf, und wir lernten schnell, geduldig zu sein.
Das Besondere an der Region Savonlinna sind die vielen kleinen, privaten Hütten, die direkt am See liegen. Oft ist die Hütte selbst die Sauna, und für uns gibt es nach einem langen Tag nichts Schöneres, als in der dampfenden Wärme zu entspannen und danach ins kühle Wasser des Saimaa zu springen. Unser Ruderboot wurde schnell zu unserem wichtigsten Begleiter, um in aller Ruhe die Weite des Sees zu genießen – und natürlich, um ungestört nach neuen Pilzplätzen Ausschau zu halten. Dieses Jahr auch ganz ohne viele Moskitos, dafür war es zu trocken. Die kleinen Biester sind in feuchten Sommern eine echte Plage und speziell in den Wäldern kann man sich schlecht wehren.
Finnland ist aber immer wieder für Überraschungen gut. Trotz der schwierigen Bedingungen war es eine wunderschöne Zeit. Wir haben nicht nur Pilze, Beeren und den frischen Fisch aus dem See genossen, sondern auch die unberührte Natur und die absolute Stille, die nur diese Gegend bieten kann. Wir kommen auf jeden Fall wieder.






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